Waschzwang Desinfektionsmittel
Waschzwang Desinfektionsmittel
Hi, ich leide seit mehreren Jahren an einem waschzwang bzw desinfektionsmittel Zwang. Seit dem mein sohn auf der Welt ist seit fast ein Jahr wurde es immer schlimmer vorher war es so gut wie fast weg auch in der Schwangerschaft fast gar nichts. Nun wasche ich mir so oft am tag die Hände und desinfiziert Türklinke Wasserhahn handy usw.. nach dem einkaufen muss ich mich manchmal sogar umziehen und mehrmals den Kinderwagen griff desinfizieren mein freund triggert mich total beim einkaufen in dem er bargeld anfasst oder ein einkaufswagen. Ich habe angst vor magen darm und hatte es im Urlaub auch bekommen hatte sowas 26 jahre nicht und dann Im Urlaub einmal bekommen aber niemanden angesteckt seit dem ist es noch schlimmer geworden.. hatte sowas auch jemand? Ich verbrauche echt 1 Flasche pro tag an desinfektionsmittel und abends oder morgens dann noch übelkeit und angst vorm spucken udn nehme dann noch vomex ein
Re: Waschzwang Desinfektionsmittel
Hallo,
auch ich leide unter Kontaminationszwängen. Mit Desinfektionsmittel war ich immer eher sparsam weil ich die für nicht so gesund halte und daher nur nutze, wenn Wasser und Seife nicht zur Verfügung stehen. Aber auf 30 bis 40x am Tag Händewaschen bin ich auch gekommen.
Gegen meinen Waschzwang hat mir in der Klinik geholfen, daß ich ein Tool (in meinem Fall mein Schlüsselbund) vorsätzlich "kontaminiert" habe, ich habe ihn in den Fußraum meines Autos geworfen und ihn mit den Schuhen noch so richtig schön hin und her geschoben... und die Aufgabe war, ab dann nach jedem Händewaschen diesen Schlüsselbund zwischen den Händen zu reiben. Das habe ich gemacht. Eisern. Und augenblicklich wurde das Händewaschen unattraktiv.
Den Schlüsselbund schmeiße ich immer noch bei passender Gelegenheit in den Fußraum. Zum "Auffrischen". Auch das gehört zu der Aufgabe.
Bist Du in Behandlung? Ambulant? Wird es besser oder schlechter? Was hältst Du von einer Klinik?
auch ich leide unter Kontaminationszwängen. Mit Desinfektionsmittel war ich immer eher sparsam weil ich die für nicht so gesund halte und daher nur nutze, wenn Wasser und Seife nicht zur Verfügung stehen. Aber auf 30 bis 40x am Tag Händewaschen bin ich auch gekommen.
Gegen meinen Waschzwang hat mir in der Klinik geholfen, daß ich ein Tool (in meinem Fall mein Schlüsselbund) vorsätzlich "kontaminiert" habe, ich habe ihn in den Fußraum meines Autos geworfen und ihn mit den Schuhen noch so richtig schön hin und her geschoben... und die Aufgabe war, ab dann nach jedem Händewaschen diesen Schlüsselbund zwischen den Händen zu reiben. Das habe ich gemacht. Eisern. Und augenblicklich wurde das Händewaschen unattraktiv.
Den Schlüsselbund schmeiße ich immer noch bei passender Gelegenheit in den Fußraum. Zum "Auffrischen". Auch das gehört zu der Aufgabe.
Bist Du in Behandlung? Ambulant? Wird es besser oder schlechter? Was hältst Du von einer Klinik?
Der Zwang verschafft nur eine wirkliche Sicherheit: Das Leben, das man hat, zu vergeuden.
Re: Waschzwang Desinfektionsmittel
Hallo Johannah,Johannah hat geschrieben: Mo 29. Dez 2025, 12:39 Hallo,
auch ich leide unter Kontaminationszwängen. Mit Desinfektionsmittel war ich immer eher sparsam weil ich die für nicht so gesund halte und daher nur nutze, wenn Wasser und Seife nicht zur Verfügung stehen. Aber auf 30 bis 40x am Tag Händewaschen bin ich auch gekommen.
Gegen meinen Waschzwang hat mir in der Klinik geholfen, daß ich ein Tool (in meinem Fall mein Schlüsselbund) vorsätzlich "kontaminiert" habe, ich habe ihn in den Fußraum meines Autos geworfen und ihn mit den Schuhen noch so richtig schön hin und her geschoben... und die Aufgabe war, ab dann nach jedem Händewaschen diesen Schlüsselbund zwischen den Händen zu reiben. Das habe ich gemacht. Eisern. Und augenblicklich wurde das Händewaschen unattraktiv.
Den Schlüsselbund schmeiße ich immer noch bei passender Gelegenheit in den Fußraum. Zum "Auffrischen". Auch das gehört zu der Aufgabe.
Bist Du in Behandlung? Ambulant? Wird es besser oder schlechter? Was hältst Du von einer Klinik?
danke für's Teilen deiner Erfahrungen - ich finde es super spannend.
Ich leide seit mehreren Jahren an Waschzwängen und habe oft versucht den Zwang "auszuhalten", eigentlich immer ohne Erfolg.
Was glaubst du warum der Zwang nach dem gewollten "kontaminieren" augenblicklich besser wurde? Kannst du von deinen Erfahrungen noch etwas berichten.
Danke vorab!
-
Alpha Centauri
- Beiträge: 46
- Registriert: Di 17. Apr 2018, 19:21
Re: Waschzwang Desinfektionsmittel
Guten Morgen!
Ich habe an anderer Stelle bereits berichtet, dass die OCD einst sämtliche Lebensbereiche erobert hatte. Aus einigen konnte ich sie inzwischen wieder stark zurückdrängen. Dazu zählen Waschzwänge.
Inzwischen haben meine Hände (bzw. ja genau genommen die Haut) sich gut regeneriert. Ich nutze Seife nur noch, wenn es unbedingt sein muss. Ansonsten gibt´s halt Zwischendurch immer wieder ´ne günstige Sensitiv-HandSalbe aus ´ner Drogeriekette, ohne problematische Zusätze. Und Desinfektionsmittel habe ich restlos aus meinem Leben verbannt. Wichtig für die Regeneration meiner Haut war zudem: Hände nach dem (kurzen!) waschen immer gut abtrocknen.
Auch Ihr wisst natürlich, dass dieser Dauer-Alarm-Modus, der einen in solche Wasch- oder Desinfektionsschleifen zwingt, komplett sinnlos und sogar destruktiv ist. Zum einen bedient Ihr damit brav die OCD, die Euch ja in diese Rituale zwingt. Zum anderen darf (und muss!) man auf das eigene Immunsystem vertrauen. Und wenn es nicht um Viren geht, sondern um bspw. Umweltgifte: Der eigene Körper hält eine ganze Menge schadlos aus. Die Substanzen, bezgl. derer die OCD Euch innerlich aufscheucht: Selbst wenn Ihr Kontakt dazu hättet, müsste es schon eine große Dosis und längerfristiger, dauerhafter Kontakt mit solchen "Giften" sein, damit eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten wäre.
Wichtig ist: Das Ziel muss sein, den inneren Leidensdruck senken. Und möglicherweise auch den für Menschen, die Euch nahestehen. Es lohnt sich wirklich, es einfach auszuhalten, sich nicht mehr von der OCD fernsteuern zu lassen. Es fühlt sich zunächst komisch an. Es fehlt was. Aber diese Lücke wird sich schnell mit sinnvollen Tätigkeiten, inklusive einfach mal Ausspannen füllen.
Ich sage das jetzt überzeugt mit Jahrzehnten OCD-Erfahrung und vielen Therapie-Anläufen: Ihr könnt es abkürzen. Werdet wieder "Herr im eigenen Haus". Nein, es ist zunächst nicht einfach. Aber die Erfolge werden sich einstellen, wenn Ihr die Zwangshandlungen einstellt. Es wird sich schon bald richtig anfühlen. Und Ihr werdet nichts vermissen.
Was den Waschzwang angeht, so habe ich den bei mir inzwischen zu ca. 95% zurückgedrängt. Und das fühlt sich gut an. Am Rest arbeite ich auch.
Diskutiert nicht mit der OCD. Geht ganz grundsätzlich auf Distanz. Ihr wisst, was richtig ist, was Euch gut tut - und was nicht. Und dieses übertriebene Händewaschen und Desinfizieren hat grundsätzlich überhaupt keinen Sinn. Es schadet Euch nur. Und es ist ein Erhaltungstrieb für die Zwangserkrankung.
Gruß, M.
Ich habe an anderer Stelle bereits berichtet, dass die OCD einst sämtliche Lebensbereiche erobert hatte. Aus einigen konnte ich sie inzwischen wieder stark zurückdrängen. Dazu zählen Waschzwänge.
Inzwischen haben meine Hände (bzw. ja genau genommen die Haut) sich gut regeneriert. Ich nutze Seife nur noch, wenn es unbedingt sein muss. Ansonsten gibt´s halt Zwischendurch immer wieder ´ne günstige Sensitiv-HandSalbe aus ´ner Drogeriekette, ohne problematische Zusätze. Und Desinfektionsmittel habe ich restlos aus meinem Leben verbannt. Wichtig für die Regeneration meiner Haut war zudem: Hände nach dem (kurzen!) waschen immer gut abtrocknen.
Auch Ihr wisst natürlich, dass dieser Dauer-Alarm-Modus, der einen in solche Wasch- oder Desinfektionsschleifen zwingt, komplett sinnlos und sogar destruktiv ist. Zum einen bedient Ihr damit brav die OCD, die Euch ja in diese Rituale zwingt. Zum anderen darf (und muss!) man auf das eigene Immunsystem vertrauen. Und wenn es nicht um Viren geht, sondern um bspw. Umweltgifte: Der eigene Körper hält eine ganze Menge schadlos aus. Die Substanzen, bezgl. derer die OCD Euch innerlich aufscheucht: Selbst wenn Ihr Kontakt dazu hättet, müsste es schon eine große Dosis und längerfristiger, dauerhafter Kontakt mit solchen "Giften" sein, damit eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten wäre.
Wichtig ist: Das Ziel muss sein, den inneren Leidensdruck senken. Und möglicherweise auch den für Menschen, die Euch nahestehen. Es lohnt sich wirklich, es einfach auszuhalten, sich nicht mehr von der OCD fernsteuern zu lassen. Es fühlt sich zunächst komisch an. Es fehlt was. Aber diese Lücke wird sich schnell mit sinnvollen Tätigkeiten, inklusive einfach mal Ausspannen füllen.
Ich sage das jetzt überzeugt mit Jahrzehnten OCD-Erfahrung und vielen Therapie-Anläufen: Ihr könnt es abkürzen. Werdet wieder "Herr im eigenen Haus". Nein, es ist zunächst nicht einfach. Aber die Erfolge werden sich einstellen, wenn Ihr die Zwangshandlungen einstellt. Es wird sich schon bald richtig anfühlen. Und Ihr werdet nichts vermissen.
Was den Waschzwang angeht, so habe ich den bei mir inzwischen zu ca. 95% zurückgedrängt. Und das fühlt sich gut an. Am Rest arbeite ich auch.
Diskutiert nicht mit der OCD. Geht ganz grundsätzlich auf Distanz. Ihr wisst, was richtig ist, was Euch gut tut - und was nicht. Und dieses übertriebene Händewaschen und Desinfizieren hat grundsätzlich überhaupt keinen Sinn. Es schadet Euch nur. Und es ist ein Erhaltungstrieb für die Zwangserkrankung.
Gruß, M.