Guten Abend. Ich bin neu in diesem Forum. Mein Sohn 13 Jahre hat noch nicht diagnostiziertes Zwangsverhalten. Der Jugendtherapeut kann mir nach einigen Gesprächen, mit Kind und alleine als Elternteil, nicht helfen, da mein Kind keine Einsicht hat. Verständlich für mich. Ohne Wille keine Behandlung. Nun informiere ich mich selber pö a pö. Ich sollte das Verhalten nicht unterstützen und ähnlich. Soweit klar, doch wenn ich Konsequenzen ziehe, fühlt es sich danach falsch an. Ich fühle mich schuldig und zu lieblos oder zu hart wie ich es umsetze. Als Beispiel welcjes 2x vorkam: Nachts wäscht er die Hände. Ich werde wach von dem Geräusch, bin im Halbschlaf und sofort getriggert. Diskussionen entstehen, auf die ich mich nicht einlassen möchte. Mach das Wasser aus...er bleibt gehemmt stehen und wäscht gefühlt länger. Mir ist bewusst, dass Störungen das Ritual verlängern können. Ich schiebe ihn irgendwann Richtung sein Zimmer mit Handtuch, er darf die Hände dann nicht abwaschen. Es kommt dann vor frust zur Schuldumkehr, ich solle mit dem Therapeuten mal lieber drüber sprechen, wie ich mit ihm umgehe.
Ich bin völlig überfragt und meist hilflos, wie ich mein Emotionskörper zügel und sein Zwangskörper zur Einsicht bringe. Ich möchte solche Situationen für uns absolut nicht. Wo fange ich an auszusteigen, wie setze ich Konsequenzen und das alles in Mamaliebe. Verständnis bringe ich auf, versuche zu verstehen, biete Gespräche an, Podcast zusammen hören, gemeinsam Regeln und Wege zusammen festlegen die für alle passen, ich habe jetzt das Buch: zeige die rote Karte dem Zwang, bestellt. Es wird seitens meines Sohnes alles abgelehnt. Ich bin mir noch nicht mal sicher ob ich es überhaupt ins System tragen sollte und eine Diagnose für ihn haben möchte. Aus Zweifel, das es ihm Hilft und aus Sorge, dass es mir vorgeworfen wird.
Er hat bereits Dyskalkulie diagnostiziert und auch ein cerebrales Kavernom. Vielleicht gibt es Zusammenhänge?!? Ich bin überfragt und gefühlt machtlos. Die Mediziner haben da leider sehr hohen Nachholbedarf was diese Themen angeht.
Ich hoffe, dass ich in diesem Forum für mich Austausch, Klarheit und sortierungshilfe erfahren darf.
Schönen Abend für alle Mitleser.
Gefangen zwischen Helfen wollen und schuldgefühle.
Re: Gefangen zwischen Helfen wollen und schuldgefühle.
Hallo,
es ist total lieb, dass du dich so bemühst um das beste für dein Kind. Nimm es dir daher bitte nicht zu Herzen, falls das geschriebene für dich hart klingt. Es sind nur meine Erfahrungen und Gefühle und die kann ich leider nicht gut so formulieren, dass es nett klingt. Es ist aber kein Angriff.
Ich kenne dein Kind nicht, aber hätte jemand sowas mit mir gemacht also meine sicherheitsverhaltensweisen (von außen als zwang bezeichnet) einfach unterbrochen und mich davon abgehalten wäre ich ausgerastet, bin ich bin es als Kind. Zusammenleben in meiner Familie war ne Katastrophe. Es gibt übrigens einen Unterschied zwischen Zwang unterstützen und ihn zu unterbrechen. Wenn ich meiner Mutter verbieten will im Hotel zu schlafen oder von ihr verlange ihre Kleidung nach dem Bus/Bahn fahren bei 90 Grad zu waschen und sie macht das, das liefe unter unterstützen. Eventuell auch noch, wenn sie für mich die Wäsche waschen würde. Wenn sie mich aber nur einfach nicht daran hindert ihre Waschmaschine zu nutzen, unterstützt sie mein Sicherheitsverhalten nicht wirklich.
Ich hatte auch nie eine Einsicht, denn für mich haben sich viele Verhaltensweisen sinnvoll angefühlt. Und das ist auch heute so. Ohne safety rules (von außen als Zwang gelabelt) ginge bei mir nichts auch wenn diese mir große Teile des Lebens wegnehmen. Ohne safety rules wäre die welt so unvorhersehbar, dass ich das als autist nicht ertragen könnte.
Ich würde an deiner Stelle rausfinden, was das für dich wie Zwang aussehende Verhalten eigentlich für deinen Sohn ist. Das Problem mit dem Hände waschen nachts verstehe ich nicht. Ist das Problem wie lange es geht? Weil sonst ist es ja normal nachts mal wach zu werden und aufs Klo zu müssen inklusive Hände waschen. Wenn dich sowas aufweckt, wäre es vielleicht wirklich sinnvoll mal bei dir zu schauen wieso dein Schlaf so leicht ist.
Wäre ich dein Kind würde ich mir wünschen du hörst mit dem Unterbrechen meines Verhaltens auf. Gleichzeitig würde ich mir wünschen, du erträgst mit mir meine Gefühle, wenn ich davon erschlagen bin z.b. weil du eben nicht das machst ( machen kannst) was ich gerade bräuchte um mich sicher zu fühlen.
Bei mir würde das manchmal bedeuten, du bist auf Abstand da und hilfst mir einen sicheren Ort zu finden. Reden ist dann nach der Krise.
Ich habe keine Ahnung, ob das ähnlich ist bei deinem Kind, da er ja nicht autistisch ist. Was sagt er denn was er braucht.
es ist total lieb, dass du dich so bemühst um das beste für dein Kind. Nimm es dir daher bitte nicht zu Herzen, falls das geschriebene für dich hart klingt. Es sind nur meine Erfahrungen und Gefühle und die kann ich leider nicht gut so formulieren, dass es nett klingt. Es ist aber kein Angriff.
Ich kenne dein Kind nicht, aber hätte jemand sowas mit mir gemacht also meine sicherheitsverhaltensweisen (von außen als zwang bezeichnet) einfach unterbrochen und mich davon abgehalten wäre ich ausgerastet, bin ich bin es als Kind. Zusammenleben in meiner Familie war ne Katastrophe. Es gibt übrigens einen Unterschied zwischen Zwang unterstützen und ihn zu unterbrechen. Wenn ich meiner Mutter verbieten will im Hotel zu schlafen oder von ihr verlange ihre Kleidung nach dem Bus/Bahn fahren bei 90 Grad zu waschen und sie macht das, das liefe unter unterstützen. Eventuell auch noch, wenn sie für mich die Wäsche waschen würde. Wenn sie mich aber nur einfach nicht daran hindert ihre Waschmaschine zu nutzen, unterstützt sie mein Sicherheitsverhalten nicht wirklich.
Ich hatte auch nie eine Einsicht, denn für mich haben sich viele Verhaltensweisen sinnvoll angefühlt. Und das ist auch heute so. Ohne safety rules (von außen als Zwang gelabelt) ginge bei mir nichts auch wenn diese mir große Teile des Lebens wegnehmen. Ohne safety rules wäre die welt so unvorhersehbar, dass ich das als autist nicht ertragen könnte.
Ich würde an deiner Stelle rausfinden, was das für dich wie Zwang aussehende Verhalten eigentlich für deinen Sohn ist. Das Problem mit dem Hände waschen nachts verstehe ich nicht. Ist das Problem wie lange es geht? Weil sonst ist es ja normal nachts mal wach zu werden und aufs Klo zu müssen inklusive Hände waschen. Wenn dich sowas aufweckt, wäre es vielleicht wirklich sinnvoll mal bei dir zu schauen wieso dein Schlaf so leicht ist.
Wäre ich dein Kind würde ich mir wünschen du hörst mit dem Unterbrechen meines Verhaltens auf. Gleichzeitig würde ich mir wünschen, du erträgst mit mir meine Gefühle, wenn ich davon erschlagen bin z.b. weil du eben nicht das machst ( machen kannst) was ich gerade bräuchte um mich sicher zu fühlen.
Bei mir würde das manchmal bedeuten, du bist auf Abstand da und hilfst mir einen sicheren Ort zu finden. Reden ist dann nach der Krise.
Ich habe keine Ahnung, ob das ähnlich ist bei deinem Kind, da er ja nicht autistisch ist. Was sagt er denn was er braucht.