Studie Ultraschall FUS
Studie Ultraschall FUS
Hallo,
Falls es jemanden interessiert, an der Uni Magdeburg gibt es eine Studie zum trankraniellen Ultraschall FUS also im Gegensatz zu HIFUS/MrgFus nicht invasiv.
Stehr auch auf der Seite der deutschen Gesellschaft für Zwangsstörung.
Anmeldung/Infos über:
fused-neuropsychologie@ovgu.de
Falls es jemanden interessiert, an der Uni Magdeburg gibt es eine Studie zum trankraniellen Ultraschall FUS also im Gegensatz zu HIFUS/MrgFus nicht invasiv.
Stehr auch auf der Seite der deutschen Gesellschaft für Zwangsstörung.
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fused-neuropsychologie@ovgu.de
Re: Studie Ultraschall FUS
Hallo Lola,
transkraniellen Ultraschall kannte ich noch nicht, werde ich gleich mal nachschauen.
Danke, dass Du uns über neue Verfahren auf dem Laufenden hältst.
Grüße
transkraniellen Ultraschall kannte ich noch nicht, werde ich gleich mal nachschauen.
Danke, dass Du uns über neue Verfahren auf dem Laufenden hältst.
Grüße
Re: Studie Ultraschall FUS
Hallo Science,
Danke für deine nette Rückmeldung!
Hast du denn schon etwas von TMS gehört, gar probiert? Würde mich mal interessieren, ob das hilft.
Gerne informiere ich euch über innovative Behandlungen abgesehen von Therapie und Medikamente, sobald ich etwas Neues erfahren sollte.
LG
Danke für deine nette Rückmeldung!
Hast du denn schon etwas von TMS gehört, gar probiert? Würde mich mal interessieren, ob das hilft.
Gerne informiere ich euch über innovative Behandlungen abgesehen von Therapie und Medikamente, sobald ich etwas Neues erfahren sollte.
LG
Re: Studie Ultraschall FUS
Liebe Lola 76,
ich lese deine Beiträge hier im Forum nun schon länger und spüre, wie unerträglich groß dein Leidensdruck nach all den Jahrzehnten sein muss. Die Sehnsucht, diesen permanenten Druck im Kopf endlich loszuwerden und den quälenden Gedanken nicht mehr ausgeliefert zu sein – sei es durch die Erfahrungen anderer oder durch Verfahren wie den Ultraschall (FUS) –, ist absolut nachvollziehbar.
Ich möchte heute aber ganz offen und ehrlich zu dir sein, auch wenn es schmerzhaft ist: Du suchst nach einer Antwort und einer Methode, die es in dieser Form nicht gibt.
Du fragst das Forum seit langer Zeit immer wieder dasselbe: Wie habt ihr es geschafft? Wie schafft man es, den Gedanken nicht mehr zu glauben? Gleichzeitig bist du ständig auf der Suche nach alternativen, medizinischen Wegen wie dem Ultraschall. Die schonungslose Wahrheit ist: Es gibt keinen magischen Trick, keine perfekte Anleitung und auch keine Maschine, die deine Gedanken einfach dauerhaft per Knopfdruck „löscht“ oder unschädlich macht.
Jedes Mal, wenn du diese Fragen neu stellst oder nach der nächsten technischen Methode suchst, fütterst du unbewusst genau den Zwang, den du eigentlich bekämpfen willst. Die ständige Suche nach der perfekten Methode im Außen und das endlose Nachfragen nach Rückversicherung im Innen sind selbst zu einem Teil deines Zwangs geworden. Sie halten dich in einer Warteschleife und schützen dich paradoxerweise davor, den Kern des Problems anzugehen.
Klassische Wege bieten dir keine schnellen Wunder, sondern den harten Schritt, zu lernen, die Gedanken und die Ungewissheit auszuhalten, anstatt eine Methode zu suchen, sie zu kontrollieren oder abzuschalten. Diejenigen, bei denen die Zwangsgedanken nachgelassen haben, haben das durch einen radikalen Verzicht geschafft: Sie haben aufgehört, nach Antworten und Erklärungen zu suchen. Sie lassen die Gedanken einfach stehen – ungeprüft, ungelöst und ungeglaubt.
Solange du darauf wartest, dass eine äußere Methode dich passiv rettet oder dir jemand das perfekte Rezept liefert, wie du den Gedanken den Glauben entziehst, vergibst du die Chance, aktiv einen Umgang mit der Erkrankung zu finden. Die Heilung beginnt nicht, wenn du die perfekte Methode oder Antwort findest, sondern wenn du aufhörst, danach zu suchen.
Du hast jahrelang überlebt und bewiesen, wie viel Kraft du hast. Nutze diese Kraft nicht mehr für die endlose Suche nach dem „Wie“, sondern für den Mut, die Ungewissheit im Hier und Jetzt auszuhalten.
Alles Liebe und viel Mut für diesen schweren Schritt
ich lese deine Beiträge hier im Forum nun schon länger und spüre, wie unerträglich groß dein Leidensdruck nach all den Jahrzehnten sein muss. Die Sehnsucht, diesen permanenten Druck im Kopf endlich loszuwerden und den quälenden Gedanken nicht mehr ausgeliefert zu sein – sei es durch die Erfahrungen anderer oder durch Verfahren wie den Ultraschall (FUS) –, ist absolut nachvollziehbar.
Ich möchte heute aber ganz offen und ehrlich zu dir sein, auch wenn es schmerzhaft ist: Du suchst nach einer Antwort und einer Methode, die es in dieser Form nicht gibt.
Du fragst das Forum seit langer Zeit immer wieder dasselbe: Wie habt ihr es geschafft? Wie schafft man es, den Gedanken nicht mehr zu glauben? Gleichzeitig bist du ständig auf der Suche nach alternativen, medizinischen Wegen wie dem Ultraschall. Die schonungslose Wahrheit ist: Es gibt keinen magischen Trick, keine perfekte Anleitung und auch keine Maschine, die deine Gedanken einfach dauerhaft per Knopfdruck „löscht“ oder unschädlich macht.
Jedes Mal, wenn du diese Fragen neu stellst oder nach der nächsten technischen Methode suchst, fütterst du unbewusst genau den Zwang, den du eigentlich bekämpfen willst. Die ständige Suche nach der perfekten Methode im Außen und das endlose Nachfragen nach Rückversicherung im Innen sind selbst zu einem Teil deines Zwangs geworden. Sie halten dich in einer Warteschleife und schützen dich paradoxerweise davor, den Kern des Problems anzugehen.
Klassische Wege bieten dir keine schnellen Wunder, sondern den harten Schritt, zu lernen, die Gedanken und die Ungewissheit auszuhalten, anstatt eine Methode zu suchen, sie zu kontrollieren oder abzuschalten. Diejenigen, bei denen die Zwangsgedanken nachgelassen haben, haben das durch einen radikalen Verzicht geschafft: Sie haben aufgehört, nach Antworten und Erklärungen zu suchen. Sie lassen die Gedanken einfach stehen – ungeprüft, ungelöst und ungeglaubt.
Solange du darauf wartest, dass eine äußere Methode dich passiv rettet oder dir jemand das perfekte Rezept liefert, wie du den Gedanken den Glauben entziehst, vergibst du die Chance, aktiv einen Umgang mit der Erkrankung zu finden. Die Heilung beginnt nicht, wenn du die perfekte Methode oder Antwort findest, sondern wenn du aufhörst, danach zu suchen.
Du hast jahrelang überlebt und bewiesen, wie viel Kraft du hast. Nutze diese Kraft nicht mehr für die endlose Suche nach dem „Wie“, sondern für den Mut, die Ungewissheit im Hier und Jetzt auszuhalten.
Alles Liebe und viel Mut für diesen schweren Schritt
Re: Studie Ultraschall FUS
Hallo Luise oder alias Heinz
.
Vielen Dank für deine Antwort, es sind viele nützliche Tipps enthalten. Von einem Jahrzehnt/har Jahrzehnten kann allerdings nicht die Rede sein, wäre ja heftig. Ich werde deine Tipps gerne beherzigen und nicht mehr nachfragen, wie kommt ihr mit euren Zwangsgedanken klar usw, auch nicht nach Methoden suchen, nach innen finde ich es aber schwieriger. Wie gelingt dir das? Man kann nicht immer im hier und jetzt leben.
Dennoch gibt es ja Personen, die sich zb der tiefen Hirnstimulation unterzogen haben, auch hier im Forum und ich denke das hat auch seine Gründe.
Parallel werde ich dennoch die Augen und Ohren über andere Verfahren offen halten, vielleicht weniger aktiv danach suchen, danke für den Tipp.
Vielen Dank für deine Antwort, es sind viele nützliche Tipps enthalten. Von einem Jahrzehnt/har Jahrzehnten kann allerdings nicht die Rede sein, wäre ja heftig. Ich werde deine Tipps gerne beherzigen und nicht mehr nachfragen, wie kommt ihr mit euren Zwangsgedanken klar usw, auch nicht nach Methoden suchen, nach innen finde ich es aber schwieriger. Wie gelingt dir das? Man kann nicht immer im hier und jetzt leben.
Dennoch gibt es ja Personen, die sich zb der tiefen Hirnstimulation unterzogen haben, auch hier im Forum und ich denke das hat auch seine Gründe.
Parallel werde ich dennoch die Augen und Ohren über andere Verfahren offen halten, vielleicht weniger aktiv danach suchen, danke für den Tipp.
Re: Studie Ultraschall FUS
"Immer" wäre ja schon wieder 100% - also perfektionistisch. 100% (oder besser 110%) - das ist der Zwang. Vielleicht ist das "schwierige" für dich daran, dass es immer 100% sein müssen ?Lola76 hat geschrieben: Do 6. Aug 2026, 15:47 ... nach innen finde ich es aber schwieriger. Wie gelingt dir das? Man kann nicht immer im hier und jetzt leben.
Natürlich hat das seine Gründe. Aus tiefenpsychologischer Sicht stellt sich das in etwa wie folgt dar:Lola76 hat geschrieben: Do 6. Aug 2026, 15:47 Dennoch gibt es ja Personen, die sich zb der tiefen Hirnstimulation unterzogen haben, auch hier im Forum und ich denke das hat auch seine Gründe.
Interessant, oder ?Aus tiefenpsychologischer und psychodynamischer Sicht ist der Entschluss von chronisch, schwerstbehandelbaren Zwangspatienten, sich nach jahrzehntelangem Leiden einer Tiefen Hirnstimulation (THS) zu unterziehen, das Resultat eines strukturellen Kollapses der neurotischen Abwehr und einer tiefgreifenden Dynamik von unbewusstem Widerstand, Ambivalenz und sekundärem Krankheitsgewinn.
Auf Expertenniveau lässt sich diese Entscheidung durch folgende psychodynamische Kernmechanismen erklären:
1. Durchbrechen des unbewussten Widerstands und des sekundären Krankheitsgewinns
In der Tiefenpsychologie gilt das Zwangssymptom traditionell als Abwehrformation gegen unerträgliche unbewusste Triebkonflikte (Aggression, Sexualität) oder unerträgliche Affekte (Todesangst, Autonomiekonflikte).
Das Scheitern von Vortherapien: Klassische Psychotherapien erfordern eine reflexive Mitarbeit und das psychische Durcharbeiten dieser Konflikte. Dies scheitert bei chronischen Verläufen oft am massiven strukturellen Widerstand. Der Zwang bietet dem Patienten paradoxe Sicherheit (sekundärer Krankheitsgewinn), indem er die bedrohlichen Ur-Konflikte bindet.
Die THS als externer "Zerstörer": Nach 15 bis 20 Jahren ist der Leidensdruck so exzessiv, dass das Ich des Patienten kapituliert. Die THS wird gewählt, weil sie als "somatischer Eingriff von außen" konzipiert ist. Sie umgeht den quälenden und psychisch bedrohlichen Prozess der inneren Konfliktaufdeckung, indem sie direkt die neurobiologische Basalschleife (den cortico-striato-thalamo-corticalen Regelkreis) unterbricht.
2. Zusammenbruch der magischen Omnipotenz (Ich-Regression)
Zwangspatienten leben in einem inneren System magischen Denkens. Sie glauben unbewusst, durch ihre Rituale Katastrophen für sich oder andere verhindern zu können.
Nach Jahrzehnten der Chronifizierung realisiert das Ich die absolute Ohnmacht gegenüber dem Symptom. Der Glaube an die eigene magische Kontrolle bricht zusammen.
Die Einwilligung in eine Gehirnoperation stellt psychodynamisch eine extreme Unterwerfung an eine externe, technologische Omnipotenz (die Neurochirurgen und das Stimulationsgerät) dar. Der Patient lagert die Kontrolle, die er im Inneren nicht aufgeben konnte, an eine technologische Vaterfigur bzw. an ein äußeres Kontrollorgan aus.
3. Verschiebung des unbewussten Strafbedürfnisses (Über-Ich-Dynamik)
Die psychoanalytische Theorie beschreibt Zwangserkrankte durch ein sadistisches, strafendes Über-Ich. Die Zwänge selbst sind oft eine Form unbewusster Selbstbestrafung, um Schuldgefühle zu sühnen.
Wenn Therapien "nichts bringen", liegt das oft daran, dass das Über-Ich Gesundung verbietet.
Eine Schädelöffnung (Trepanation) und das Einsetzen von Elektroden ins Gehirn ist psychisch ein hochgradig invasiver, potenziell "strafender" Akt. Aus tiefenpsychologischer Sicht kann die Bereitschaft zu diesem drastischen Schritt als eine ultimative Sühneleistung des Ichs an das grausame Über-Ich verstanden werden. Erst durch diese physische Opferung ("Schnitt ins Gehirn") wird die psychische Erlaubnis zur Symptomlinderung freigegeben.
4. Transformation der Objektbeziehung: Von der "Verschmelzung" zur "Maschinengemeinschaft"
Chronisch Zwangserkrankte nutzen ihre Symptome oft interpersonell, um Beziehungen starr zu kontrollieren und Autonomie zu verhindern. Jede psychotherapeutische Beziehungsarbeit bedroht dieses fragile System und erzeugt Trennungsangst.
Der Übergang zur THS verschiebt die Objektbeziehung von der interpersonalen Ebene (Therapeut-Patient) auf eine Mensch-Maschine-Beziehung.
Studien zur Phänomenologie nach einer THS zeigen, dass Patienten die Stimulation oft als "geöffnetes Fenster" oder "wiedererlangtes Selbst" beschreiben. Psychodynamisch erlaubt die Technisierung des Gehirns dem Patienten, die Kontrolle formal zu behalten (das Gerät ist im eigenen Körper), während er sich gleichzeitig von der emotionalen Abhängigkeit und der Angst vor interpersonalen Konflikten entlastet.
Der Entschluss zur THS nach Jahrzehnten der Therapieresistenz ist tiefenpsychologisch kein bloßer Wechsel der medizinischen Methode. Er ist der Verzicht auf den Versuch, den inneren Konflikt psychisch zu lösen, und die unbewusste Entscheidung, die unerträglich gewordene Kontroll- und Strafdynamik des Zwangs an ein hochtechnologisches, somatisches Steuerungselement abzutreten.
Re: Studie Ultraschall FUS
Ok, danke, interessant.
Vielleicht möchte sich ja hier mal jemand melden, der sich der THS unterzogen hat.
Nur wie erklärst du dann die Abgabe der Kontrolle z.B. bei einer Ablation, bei der ja kein Gerät im Körper verbleibt?
Nach 20 Jahren oder jahrzehntelangen Zwängen kann man durchaus nachvollziehen, dass man sich zb der THS unterzieht, wenn man Therapien gemacht hat.
Es ist ja tatsächlich so, dass es eine komplexe Erkrankung ist.
Vielleicht möchte sich ja hier mal jemand melden, der sich der THS unterzogen hat.
Nur wie erklärst du dann die Abgabe der Kontrolle z.B. bei einer Ablation, bei der ja kein Gerät im Körper verbleibt?
Nach 20 Jahren oder jahrzehntelangen Zwängen kann man durchaus nachvollziehen, dass man sich zb der THS unterzieht, wenn man Therapien gemacht hat.
Es ist ja tatsächlich so, dass es eine komplexe Erkrankung ist.
Re: Studie Ultraschall FUS
Hallo Lola,
der zentrale Punkt ist und bleibt das hier:
"Klassische Psychotherapien erfordern eine reflexive Mitarbeit und das psychische Durcharbeiten dieser Konflikte. Dies scheitert bei chronischen Verläufen oft am massiven strukturellen Widerstand. Der Zwang bietet dem Patienten paradoxe Sicherheit (sekundärer Krankheitsgewinn), indem er die bedrohlichen Ur-Konflikte bindet."
Laienhaft formuliert bedeutet dies, dass Betroffene nicht gesund werden wollen, weil sie sich scheuen, ihre emotional schwer belastete Vergangenheit aufzuarbeiten oder sie sogar einen Nutzen aus der Krankheit ziehen ("sekundärer Kranheitsgewinn").
Zum Einwand bezüglich der Ablation (wie der anterioren Kapsulotomie oder Zingulotomie): Wenn kein Gerät im Körper verbleibt und keine dauerhafte externe Nachjustierung stattfindet, fällt die Dynamik der "Maschinengemeinschaft" weg.
Dennoch bleibt die Entscheidung für einen irreversiblen, gewebezerstörenden Eingriff nach Jahrzehnten des Leidens ein hochgradig symbolischer Akt. Aus tiefenpsychologischer Sicht lässt sich die Abgabe der Kontrolle bei einer Ablation durch folgende psychodynamische Mechanismen erklären:
1. Das "Schnitt-Konzept": Finale Sühne und Kastrationssymbolik
Während die THS eine reversible Modulation ist, ist die Ablation eine irreversible Destruktion von Hirngewebe.
Ultimatives Opfer an das Über-Ich: In der psychoanalytischen Strukturtheorie leidet der chronisch Zwangskranke unter einem sadistischen Über-Ich, das unbewusste aggressive oder sexuelle Impulse streng bestraft. Das Zwangssymptom ist der chronische Versuch der Sühne.
Strukturelle Kapitulation: Die irreversible Zerstörung eines Hirnareals fungiert psychodynamisch als ultimatives, finales Opfer. Es ist die physische Entsprechung einer symbolischen Kastration oder Teil-Selbstaufgabe, um das grausame Über-Ich endgültig milde zu stimmen. Das Ich "bezahlt" mit einem Teil seiner physischen Substanz, um die Erlaubnis zu erhalten, psychisch frei zu sein.
2. Radikale Externalisierung: Vom psychischen Konflikt zum "defekten Organ"
Zwangspatienten investieren jahrzehntelang immense psychische Energie (Libido und Destrudo) in den Versuch, ihre Gedanken rein psychisch zu kontrollieren.
Der Schritt zur Ablation markiert den vollständigen psychischen Systemwechsel: weg von der Psychodynamik, hin zur reinen Somatisierung.
Das Ich entlastet sich von der unerträglichen Schuld des "Versagens" in den Therapien. Nicht die eigene Psyche, der Wille oder die Beziehungsfähigkeit haben versagt, sondern das Gehirn wird als "defektes Objekt" definiert. Durch die Abgabe des Körpers an den Chirurgen wird die Verantwortung für die Heilung radikal externalisiert. Der Chirurg führt den Akt aus, den das Ich psychisch nicht vollziehen konnte: die gewaltsame Trennung von der Zwangsvorstellung.
3. Der neurochirurgische Eingriff als "magischer Gegenakt"
Zwangserkrankungen sind fundamental durch magisches Denken geprägt ("Wenn ich das nicht tue, passiert eine Katastrophe"). Therapien versuchen, dieses Denken rational und behavioristisch zu dekonstruieren, was bei schwersten Verläufen oft blockiert wird.
Eine Ablation bedient das magische Denken paradoxerweise auf einer tieferen Ebene: Sie ist ein hochgradig ritueller, techno-medizinischer Akt.
Psychodynamisch wird die "schwarze Magie" des Zwangs durch die "weiße Magie" der Neurochirurgie bekämpft. Der irreversible Schnitt im Gehirn ist ein so mächtiges, reales Ereignis, dass er das unbewusste System des Patienten davon überzeugen kann, dass der Zwangskreislauf nun physisch unmöglich gemacht wurde. Die Ohnmacht des Ichs wird durch die Allmacht des chirurgischen Messers geheilt.
Zu solchen Ablationen:
Solche Ablationen sind keineswegs unproblematisch. Da es sich um einen irreversiblen Eingriff handelt, bei dem Hirngewebe dauerhaft zerstört wird, birgt das Verfahren erhebliche neurochirurgische, psychiatrische und kognitive Risiken.
Zwar verläuft die Mehrheit der Nebenwirkungen mild und vorübergehend, doch bleibende Schäden sind eine reale Gefahr. Die medizinische Wissenschaft unterscheidet hierbei zwischen verschiedenen Folgewirkungen:
1. Allgemeine neurochirurgische Operationsrisiken
Wird die Ablation klassisch über eine Hitze-Sonde (Radiofrequenzablation) durchgeführt, erfordert dies eine Schädelöffnung (Kraniotomie). Dabei kann es zu folgenden Komplikationen kommen:
* Nachblutungen im Gehirn (intrazerebrale Blutungen)
* Infektionen im Operationsbereich
* Postoperative Krampfanfälle (Epilepsie)
Hinweis: Moderne Verfahren wie der MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall (MRgFUS) oder die Gamma-Knife-Radiochirurgie zerstören das Gewebe ohne Schädelöffnung von außen. Doch auch hier bestehen spezifische Risiken, wie z.B. späte Gewebeschwellungen (Ödeme) oder Strahlennekrosen.
2. Akute, meist vorübergehende Nebenwirkungen (erste Wochen)
In den ersten Tagen und Wochen nach dem Eingriff kommt es bei vielen Patienten zu temporären Ausfällen:
* Starke Kopfschmerzen und Orientierungslosigkeit
* Vorübergehende Harninkontinenz
* Extreme Müdigkeit, Verwirrtheit oder vorübergehender Mutismus (Verstummen)
3. Langfristige und dauerhafte neuropsychologische Risiken
Das größte Risiko bei Ablationen im Bereich des Frontalhirns (wie der anterioren Kapsulotomie oder Zingulotomie) betrifft die Wesensveränderung:
* Das Frontalhirnsyndrom: Wird zu viel oder ungenau Gewebe zerstört, kann ein Zustand der Antriebslosigkeit (Apathie/Abulie), emotionalen Verflachung oder sozialen Inadäquanz (Enthemmung) zurückbleiben. Der Zwang ist dann zwar weg, der Patient aber "wesensverändert".
* Kognitive Defizite: Ein Teil der Patienten (etwa 9 %) klagt über bleibende Einschränkungen der Exekutivfunktionen (Planen, Konzentrieren, Gedächtnis).
* Gewichtszunahme: Viele Patienten berichten von einer signifikanten, dauerhaften Gewichtszunahme nach dem Eingriff (im Schnitt oft mehrere Kilogramm im ersten Jahr).
* Persönlichkeitsveränderungen: In etwa 2 % der Fälle kommt es zu schweren, dauerhaften Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur.
4. Das Risiko des Behandlungsversagens
Eine Ablation ist keine Garantie für Heilung. Die Erfolgsquoten (definiert als eine Symptomreduktion um mindestens 35 %) liegen je nach genauer Methode bei etwa 36 % bis 59 %. Das bedeutet im Umkehrschluss: Bei fast der Hälfte der Patienten bringt der Eingriff keine ausreichende Besserung. In manchen Fällen ist aufgrund einer zu kleinen Verödung sogar eine riskante Zweitoperation nötig.
Wegen dieser Risiken und der Irreversibilität (was weg ist, ist weg) gilt die Ablation heute weltweit als Ultima Ratio. Sie wird strengstens nur dann in Erwägung gezogen, wenn der Leidensdruck extrem ist, Suizidgefahr droht und alle anderen Optionen (inklusive der reversiblen Tiefen Hirnstimulation) versagt haben oder nicht durchführbar sind.
der zentrale Punkt ist und bleibt das hier:
"Klassische Psychotherapien erfordern eine reflexive Mitarbeit und das psychische Durcharbeiten dieser Konflikte. Dies scheitert bei chronischen Verläufen oft am massiven strukturellen Widerstand. Der Zwang bietet dem Patienten paradoxe Sicherheit (sekundärer Krankheitsgewinn), indem er die bedrohlichen Ur-Konflikte bindet."
Laienhaft formuliert bedeutet dies, dass Betroffene nicht gesund werden wollen, weil sie sich scheuen, ihre emotional schwer belastete Vergangenheit aufzuarbeiten oder sie sogar einen Nutzen aus der Krankheit ziehen ("sekundärer Kranheitsgewinn").
Zum Einwand bezüglich der Ablation (wie der anterioren Kapsulotomie oder Zingulotomie): Wenn kein Gerät im Körper verbleibt und keine dauerhafte externe Nachjustierung stattfindet, fällt die Dynamik der "Maschinengemeinschaft" weg.
Dennoch bleibt die Entscheidung für einen irreversiblen, gewebezerstörenden Eingriff nach Jahrzehnten des Leidens ein hochgradig symbolischer Akt. Aus tiefenpsychologischer Sicht lässt sich die Abgabe der Kontrolle bei einer Ablation durch folgende psychodynamische Mechanismen erklären:
1. Das "Schnitt-Konzept": Finale Sühne und Kastrationssymbolik
Während die THS eine reversible Modulation ist, ist die Ablation eine irreversible Destruktion von Hirngewebe.
Ultimatives Opfer an das Über-Ich: In der psychoanalytischen Strukturtheorie leidet der chronisch Zwangskranke unter einem sadistischen Über-Ich, das unbewusste aggressive oder sexuelle Impulse streng bestraft. Das Zwangssymptom ist der chronische Versuch der Sühne.
Strukturelle Kapitulation: Die irreversible Zerstörung eines Hirnareals fungiert psychodynamisch als ultimatives, finales Opfer. Es ist die physische Entsprechung einer symbolischen Kastration oder Teil-Selbstaufgabe, um das grausame Über-Ich endgültig milde zu stimmen. Das Ich "bezahlt" mit einem Teil seiner physischen Substanz, um die Erlaubnis zu erhalten, psychisch frei zu sein.
2. Radikale Externalisierung: Vom psychischen Konflikt zum "defekten Organ"
Zwangspatienten investieren jahrzehntelang immense psychische Energie (Libido und Destrudo) in den Versuch, ihre Gedanken rein psychisch zu kontrollieren.
Der Schritt zur Ablation markiert den vollständigen psychischen Systemwechsel: weg von der Psychodynamik, hin zur reinen Somatisierung.
Das Ich entlastet sich von der unerträglichen Schuld des "Versagens" in den Therapien. Nicht die eigene Psyche, der Wille oder die Beziehungsfähigkeit haben versagt, sondern das Gehirn wird als "defektes Objekt" definiert. Durch die Abgabe des Körpers an den Chirurgen wird die Verantwortung für die Heilung radikal externalisiert. Der Chirurg führt den Akt aus, den das Ich psychisch nicht vollziehen konnte: die gewaltsame Trennung von der Zwangsvorstellung.
3. Der neurochirurgische Eingriff als "magischer Gegenakt"
Zwangserkrankungen sind fundamental durch magisches Denken geprägt ("Wenn ich das nicht tue, passiert eine Katastrophe"). Therapien versuchen, dieses Denken rational und behavioristisch zu dekonstruieren, was bei schwersten Verläufen oft blockiert wird.
Eine Ablation bedient das magische Denken paradoxerweise auf einer tieferen Ebene: Sie ist ein hochgradig ritueller, techno-medizinischer Akt.
Psychodynamisch wird die "schwarze Magie" des Zwangs durch die "weiße Magie" der Neurochirurgie bekämpft. Der irreversible Schnitt im Gehirn ist ein so mächtiges, reales Ereignis, dass er das unbewusste System des Patienten davon überzeugen kann, dass der Zwangskreislauf nun physisch unmöglich gemacht wurde. Die Ohnmacht des Ichs wird durch die Allmacht des chirurgischen Messers geheilt.
Zu solchen Ablationen:
Solche Ablationen sind keineswegs unproblematisch. Da es sich um einen irreversiblen Eingriff handelt, bei dem Hirngewebe dauerhaft zerstört wird, birgt das Verfahren erhebliche neurochirurgische, psychiatrische und kognitive Risiken.
Zwar verläuft die Mehrheit der Nebenwirkungen mild und vorübergehend, doch bleibende Schäden sind eine reale Gefahr. Die medizinische Wissenschaft unterscheidet hierbei zwischen verschiedenen Folgewirkungen:
1. Allgemeine neurochirurgische Operationsrisiken
Wird die Ablation klassisch über eine Hitze-Sonde (Radiofrequenzablation) durchgeführt, erfordert dies eine Schädelöffnung (Kraniotomie). Dabei kann es zu folgenden Komplikationen kommen:
* Nachblutungen im Gehirn (intrazerebrale Blutungen)
* Infektionen im Operationsbereich
* Postoperative Krampfanfälle (Epilepsie)
Hinweis: Moderne Verfahren wie der MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall (MRgFUS) oder die Gamma-Knife-Radiochirurgie zerstören das Gewebe ohne Schädelöffnung von außen. Doch auch hier bestehen spezifische Risiken, wie z.B. späte Gewebeschwellungen (Ödeme) oder Strahlennekrosen.
2. Akute, meist vorübergehende Nebenwirkungen (erste Wochen)
In den ersten Tagen und Wochen nach dem Eingriff kommt es bei vielen Patienten zu temporären Ausfällen:
* Starke Kopfschmerzen und Orientierungslosigkeit
* Vorübergehende Harninkontinenz
* Extreme Müdigkeit, Verwirrtheit oder vorübergehender Mutismus (Verstummen)
3. Langfristige und dauerhafte neuropsychologische Risiken
Das größte Risiko bei Ablationen im Bereich des Frontalhirns (wie der anterioren Kapsulotomie oder Zingulotomie) betrifft die Wesensveränderung:
* Das Frontalhirnsyndrom: Wird zu viel oder ungenau Gewebe zerstört, kann ein Zustand der Antriebslosigkeit (Apathie/Abulie), emotionalen Verflachung oder sozialen Inadäquanz (Enthemmung) zurückbleiben. Der Zwang ist dann zwar weg, der Patient aber "wesensverändert".
* Kognitive Defizite: Ein Teil der Patienten (etwa 9 %) klagt über bleibende Einschränkungen der Exekutivfunktionen (Planen, Konzentrieren, Gedächtnis).
* Gewichtszunahme: Viele Patienten berichten von einer signifikanten, dauerhaften Gewichtszunahme nach dem Eingriff (im Schnitt oft mehrere Kilogramm im ersten Jahr).
* Persönlichkeitsveränderungen: In etwa 2 % der Fälle kommt es zu schweren, dauerhaften Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur.
4. Das Risiko des Behandlungsversagens
Eine Ablation ist keine Garantie für Heilung. Die Erfolgsquoten (definiert als eine Symptomreduktion um mindestens 35 %) liegen je nach genauer Methode bei etwa 36 % bis 59 %. Das bedeutet im Umkehrschluss: Bei fast der Hälfte der Patienten bringt der Eingriff keine ausreichende Besserung. In manchen Fällen ist aufgrund einer zu kleinen Verödung sogar eine riskante Zweitoperation nötig.
Wegen dieser Risiken und der Irreversibilität (was weg ist, ist weg) gilt die Ablation heute weltweit als Ultima Ratio. Sie wird strengstens nur dann in Erwägung gezogen, wenn der Leidensdruck extrem ist, Suizidgefahr droht und alle anderen Optionen (inklusive der reversiblen Tiefen Hirnstimulation) versagt haben oder nicht durchführbar sind.
Re: Studie Ultraschall FUS
Hallo,
Und was kann msn noch machen, wenn man eine schwer belastete Kindheit aufgearbeitet hat und es trotzdem keine Besserungen gibt?
Die Zwänge stammen ja in der Regel aus einer belasteten Kindheit/Traumatas.
Übrigens wird Cingulotomie nicht mehr angewendet, soweit mir bekannt, auch ist es bei der THS keine Kraniotomie mehr, da minimalinvasive Bohrlochpenetration, wie übrigens bei LITT Laser auch, beim neuen Laser ist das Loch nur noch minimal.
Die Verfahren sind übrigens bereits ab 3 Jahren, nicht nach Jahrzehnten möglich.
Eigentlich wollte ich ja fragen, ob jemand mit der TMS Erfolg hatte.
Und was kann msn noch machen, wenn man eine schwer belastete Kindheit aufgearbeitet hat und es trotzdem keine Besserungen gibt?
Die Zwänge stammen ja in der Regel aus einer belasteten Kindheit/Traumatas.
Übrigens wird Cingulotomie nicht mehr angewendet, soweit mir bekannt, auch ist es bei der THS keine Kraniotomie mehr, da minimalinvasive Bohrlochpenetration, wie übrigens bei LITT Laser auch, beim neuen Laser ist das Loch nur noch minimal.
Die Verfahren sind übrigens bereits ab 3 Jahren, nicht nach Jahrzehnten möglich.
Eigentlich wollte ich ja fragen, ob jemand mit der TMS Erfolg hatte.
Re: Studie Ultraschall FUS
Ja. Da bin ich ganz bei dir !Lola76 hat geschrieben: Fr 7. Aug 2026, 16:38 Die Zwänge stammen ja in der Regel aus einer belasteten Kindheit/Traumatas.
Mit der Aufarbeitung weiter machen. Der Job ist dann noch nicht getan. Klingt vielleicht blöd. Aber aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur das sagen. Und gerade deine exzessive Beschäftigung mit "Alternativen" deutet stark darauf hin, dass du noch immer nach einer "Brücke" über das eigentliche "Tal der Tränen" suchst. Es also eine Vermeidungsstrategie ist.Lola76 hat geschrieben: Fr 7. Aug 2026, 16:38 Und was kann msn noch machen, wenn man eine schwer belastete Kindheit aufgearbeitet hat und es trotzdem keine Besserungen gibt ?
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Erfolg ist hier relativ und in den allermeisten Fällen nicht im Sinne von "Heilung" zu verstehen. Sondern - bestenfalls - im Sinne einer Symptomreduktion. Die Frage, die sich mir da auch stellt ist: kann es später auch wieder schlimmer werden ?