seit Jahren leide ich unter aggressiven Zwangsgedanken. Ständig geht es darum, ob ich anderen Menschen in irgendeiner Form einen Schaden zugefügt habe. Sei es im Straßenverkehr, auf einer Treppe, durch kontaminiertes Essen... mein Zwang ist da relativ kreativ.
Lange Zeit ging es eigentlich einigermaßen gut. Ich hatte die Gedanken und konnte mich gut davon lösen. Seit einigen Wochen kommen sie jedoch wieder verstärkt. Es treibt mich gerade eine Frage um, die man evt. als Kontrolle/Rückversicherung ansehen könnte, allerdings bin ich mir da nicht so sicher. Früher bin ich mit dem Fahrrad ab und an mal auf dem Bürgersteig gefahren, auf Fahrradwegen entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung oder auch mal an ungefährlichen Stellen bei Rot über die Ampel. All das ist nicht erlaubt und wird teilweise mit einer Ordnungswidrigkeit belegt. Aktuell ist es so, dass ich mich strikt an die Regeln halten muss. Sobald ich nur wenige Meter auf dem Bürgersteig mit dem Fahrrad fahre, kontrolliere ich mehrfach, ob ich jemanden umgefahren habe. Wenn ich bei Rot mit dem Fahrrad über die Ampel fahren würde, denke ich dadurch einen Verkehrsunfall zu verursachen. Die Schuldgefühle werden dann unendlich groß, weil ich ja gegen geltendes Recht verstoßen habe. Es macht natürlich Sinn sich an die Verkehrsregeln zu halten und gleichzeitig denke ich in meinem Fall, dass ich durch das strikte Befolgen der Regeln mein Zwangssystem aufrecht erhalte. Was meint ihr dazu? Gibt es hier evt. auch Radfahrer, die mir ihr Verhalten teilen könnten