Zwangserkrankung 7 jähriger Klinik Walstedde

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AniJa
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Registriert: Fr 7. Nov 2025, 08:14

Zwangserkrankung 7 jähriger Klinik Walstedde

Beitrag von AniJa »

Hallo zusammen, ich habe lange gebraucht, um mich einem Forum anzuschließen. Aber irgendwie würde es vielleicht ganz gut tun, mal mit anderen Betroffenen darüber zu sprechen.
Wir haben 2 Kinder. 12 und fast 8. Mein Sohn war immer schon ein sehr impulsives Kind. Er wurde eigentlich immer als ADHS Kind abgestempelt. Er wurde ambulant getestet. Da kam aber nichts bei rum. Er sei sehr autonom hieß es... Im September ist er morgens aufgestanden und hat mir gesagt, dass er nichts mehr von mir essen und trinken würde, weil er Angst hat, dass ich das alles vergiftet habe und er sterben würde. Seitdem fragt er quasi ununterbrochen Fragen die mit "passiert das jetzt nicht?" enden... "Er hat mal gesehen, dass irgendjemand Das und das gemacht hat und jetzt hat er Angst, dass ihm das auch passiert, passiert das nicht?". Zudem knibbelt er extrem an den Fingernägeln. Das hat er noch nie gemacht. Er sagt, sein Leben wird von einem Gefühl gesteuert, dieses Gefühl macht ihm die komischen Gedanken und es sorgt auch dafür, dass er die Fragen stellen muss weil sonst etwas schlimmes passiert. Wenn ihn die Gefühle überkommen, gerne morgens vor der Schule und abends zur Schlafenszeit, eskaliert er total. Er beschimpft uns mit den schlimmsten Wörtern, wie im Wahn. Er tritt, haut, knallt Türen und brüllt. Irgendwann lässt der Spuk mach. Er entschuldigt sich tränenüberströmt. Er wollte das alles nicht und er liebt uns mehr als alle Anderen auf der Welt.
Wir waren nun in Walstedde vorstellig.
Er sei an einer Zwangserkrankung erkrankt. Rückwirkend stellen wir fest, dass er diese Zwänge schon als 3 jähriger hatte... Früher hat er uns ständig gefragt, ob er noch Luft bekommt oder ob das Essen nicht vergiftet sei.
Der Arzt meinte, dass diese Art Erkrankung zu 95% vererbt wird. Da wir aber keinerlei psychischen Erkrankungen in der Familie haben, wurden wir ins MRT geschickt. Keine Auffälligkeiten.
So jetzt zu meinem eigentlichen Problem.

Geplant ist nun ein 6 wöchiger stationärer Aufenthalt in der Klinik in Walstedde. Dort soll er mehrmals wöchentlich therapiert werden. Zusätzlich soll er Medikamente bekommen, welche seine Impulskontrolle verbessern. Es heißt, dass er durch die zwänge versucht,
Seine Impulse zu komprimieren. Diese Medikamente müsse er wohl nehmen, bis er circa 25 Jahre alt ist. Weil erst dann die Verbindung und Erneuerung der Nevernzellen (??????) abgeschlossen sei...

Das klingt alles irgendwie verständlich für mich... Ich habe aber echt Angst vor dem Aufenthalt da. Bis dato hatten wir immer gehofft, wir würden alles irgendwie so schaffen.
Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?? Um welche Medikamente handelt es sich denn wohl und wie gehts euern Kindern nach einer solchen Behandlung? Und war vielleicht selbst jemand von euch in Walstedde?

Entschuldigt den langen Beitrag... Musste mir einfach mal einiges von der Seele schreiben...

Viele Grüße
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michael_m
Beiträge: 670
Registriert: Di 17. Apr 2018, 20:01

Re: Zwangserkrankung 7 jähriger Klinik Walstedde

Beitrag von michael_m »

Nachdem leider noch bislang keiner geantwortet hat (wobei ich hoffe, dass es doch noch jemand tut...)

Wo ihr ansonsten mal nach Infos etc. fragen könnt - und vielleicht haben die auch Rückmeldungen von anderen Eltern - wäre die Geschäftsstelle der DGZ:

Telefon: (040) 689 13 700
Allgemeine Sprechzeit: Montag bis Freitag von 10:00 bis 12:00 Uhr.
https://www.zwaenge.de/

Ich wünsche euch als Familie und eurem Sohn insbesondere alles Gute!
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