Zwänge nach Therapie Stunde noch schlimmer

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ocøoc
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Registriert: Sa 8. Feb 2025, 06:45

vielfältig Dranbleiben

Beitrag von ocøoc »

Ich wünsche dir, dass es dir dennoch immer wieder gelingt es zu tun - "trotzdem" oder obwohl (ohne Wohlbefinden- zumindest zunächst) es nicht leicht ist. Dass es sich andere "einfach" vorstellen, sollte uns nicht zu sehr irritieren und davon abhalten, es dennoch, auf die Weise, wie es für uns einigermaßen erträglich ist, immer wieder zu tun.
Nach dem Motto von Kimberley Quinlan - "It’s a beautiful day to do hard things"
Froschkönigin
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Registriert: So 11. Jan 2026, 20:28

Re: Zwänge nach Therapie Stunde noch schlimmer

Beitrag von Froschkönigin »

Hallo,

ich habe auch schon mehrere Therapien hinter mir, allerdings nicht zum Thema Zwänge, sondern wegen Depressionen.

Aber auch da war es so, dass die Therapie immer sehr anstrengend war für mich, ich hinterher wie erschlagen und sehr müde war und erst mal ausruhen musste. Ich glaube, das ist normal, weil man sich mit anstrengenden Dingen beschäftigt, die man sonst liebend gerne verdrängt...
Allerdings: nur an der Oberfläche kratzen, damit es nicht zu anstrengend wird, hilft in der Regel halt nix. Das hatte ich in meiner 1. Therapie. Der Typ hat mehr über Jazz-Musik gesprochen als über sonst was. Lag aber vielleicht auch daran, dass ich noch sehr jung war, keine Ahnung von Therapie hatte, er nicht groß Fragen gestellt hat und ich deswegen nicht groß was erzählt hab.

Vielleicht kann man es mit einer anderen Behandlung vergleichen. Wenn man Medikamente gegen was bestimmtes bekommt, gibt es auch da die Möglichkeit, dass erst mal eine Verschlimmerung eintritt bevor es besser wird. Nicht umsonst steht in Beipackzetteln von Kopfschmerz-Tabletten, dass sie Kopfschmerzen auslösen können oder bei Anti-D, dass sie Depressionen hervorrufen können bis hin zu Selbstmordgedanken.
Oder wenn ich meine Knie-OP zum Vergleich ran ziehe: ich hatte einen Kreuzbandriss. Schmerzhaft, unangenehm, aber ich konnte noch laufen.
Nach der OP ging erst mal gar nix: laufen nur mit Schiene und Krücken mit max. 50% Belastung des Beins und als die Physio von mir wollte, dass ich im Liegen das Bein hebe, konnte ich das nicht und hab erst mal Panik geschoben. :o Und dann hat es Monate gedauert, bis ich das Knie wieder voll durchstrecken und auch voll Abbiegen konnte und damit weitestgehend normal benutzen.

Es kommt vielleicht ein wenig drauf an, wo genau die Therapie ansetzt: behandelt sie nur die Symptome oder auch die Ursachen?
Ich denke, Variante 2 ist deutlich anstrengender, bringt aber auf Dauer vermutlich mehr.
Wenn eine Wunde immer wieder blutet kann ich natürlich jedes mal ein Pflaster drauf kleben. Aber die Ursache dafür zu finden und abzustellen ist vermutlich die bessere Variante auf Dauer.

Insofern: nicht den Kopf hängen lassen, wenn manches erst mal schlechter wird, weil der Zwang getriggert wird. Aber wachsam bleiben und vor allem mit dem Therapeuten drüber sprechen. Wenn er oder sie das nicht weiß, verschlimmert sich die Situation ggf. nur. Reden ist immer erst mal besser und dann schauen, wie man gemeinsam am besten voran kommt.
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